Willkommen zum anderen Elternabend LVZ

LVZ vom 23.04.2011

"Elternabend" endet im Eklat

Musical-AG des Gymnasiums St. Augustin will mit schwarzhumorigem Stück Zuschauer provozieren

Grimma. Die Augustin-Entertainment-Company genannte Musical-AG des Grimmaer Gymnasiums bringt mit dem Stück "Elternabend" das Thema Mobbing auf die Bühne. Drastisch und überspitzt inszeniert, soll die Posse für mehr Akzeptanz gegenüber der heiklen Materie sorgen.

"Wie sollen wir unseren Kindern Verhaltensregeln vermitteln, wenn wir uns selbst nicht daran halten?" Eine vorbildliche Frage, die der schwule Erzieher Dennis in die siebenköpfige Runde eines Elternabends in einem antiautoritären Kinderhort wirft. Wie die Reaktion der Erziehungsberechtigten darauf ausfällt, muss vorerst im Raum stehen bleiben. Allzu viel wollen die 18-jährige Anja Leder, die die fiktive Figur Dennis verkörpert, und ihre Kolleginnen der Musical-AG Augustin Entertainment Company am Grimmaer Gymnasium nicht über das Stück "Elternabend" verraten. Einig ist sich das ausnahmslos weibliche Ensemble allerdings darüber, die Zuschauer mit dem Musical provozieren zu wollen, wenn es am Montag, 9. Mai, um 18.15 Uhr Premiere in der Aula des St. Augustin feiert.

"Eigentlich ist es ein Erwachsenenstück und bisher noch nie von Jugendlichen dargestellt worden", klärt Inken Neugebauer auf, der seit zwei Jahren die Leitung der AG obliegt. Eine doppelte Premiere also, für die die 13 Schülerinnen der siebenten bis zwölften Klasse diese Woche zu zwei "Panikproben" zusammengekommen sind, grinst die Regisseurin. Zwei Testläufe stehen in den Osterferien noch an, dann folgt die Feuertaufe für ein Drama, das im Grunde unverfänglich beginnt, sich dann bis zum Eklat steigert und schließlich extrem drastisch endet. "Ein sehr schwarzes Stück", verrät Inken Neugebauer.
Mit beißendem Humor soll das allgegenwärtige Thema Mobbing angeprangert und gleichzeitig das Publikum dafür sensibilisert werden. Quasi via Schocktherapie: "Das Stück ist zwar überspitzt, aber es steckt doch viel Realität drin", sagt Vicky Gasch. Die 16-Jährige übernimmt nicht nur selbst eine Rolle in dem Stück, sondern wird in ihrer Funktion als Regieassistentin von Chefin Neugebauer auch mit blumigen Worten gelobt. Es sei sicherlich riskant so etwas in der Schule aufzuführen, verspricht das "Organisationstalent vor dem Herrn" (O-Ton Neugebauer). Mithin gehe es aber darum, die gesellschaftliche Brisanz des Themas an den Mann zu bringen und dahingehend für Akzeptanz zu sorgen.
Die Idee zur Aufführung am St. Augustin kam von Nele Neugebauer. Die 17-jährige Zwölftklässlerin, Tochter von Mama Neugebauer und Darstellerin im AG-Ensemble, war von dem 2003 in Berlin uraufgeführten Musical so begeistert, dass sie kurzerhand die Komponisten anschrieb und prompt grünes Licht erhielt. Spannend bleibt die Frage, wie die Resonanz in Grimma ausfallen wird.
(Felix Kretz LVZ)

Nächste Termine: Donnerstag, 12. Mai, und Freitag, 13. Mai.

Vicky Gasch: Das Stück ist zwar überspitzt, aber es steckt doch viel Realität drin.






Drastischer Humor: Überspitzt zwar, aber durchaus mit pädagogischem Anspruch, wollen die Darstellerinnen des Musical-Ensembles am Gymnasium St. Augustin unter der Leitung von Inken Neugebauer (l.) auf das Thema Mobbing aufmerksam machen. Foto: Felix Kretz

LVZ vom 12.02.2010



Proben für den großen Auftritt

15 Schülerinnen wollen im St. Augustin ein Musical aufführen / Premiere am 25. Februar

Grimma. „Es war einmal...Wicked“ – Unter diesem Titel soll Ende des Monats in der Aula des Gymnasiums St. Augustin in Grimma ein Musical Premiere feiern. Als Darsteller werden Gymnasiasten auf der Bühne stehen, die sich jüngst als die „Augustin Entertainment Company“ (AEC) formiert haben.
Die Gymnasiasten stehen erst am Anfang, eine neue kulturelle Ära reifen zu lassen, mit der am St. Augustin das Musical fest etabliert werden soll. „Es gab Theater-, Musik- und Tanzgruppen, aber noch keine Musicalgruppe“, sagt Nele Neugebauer. Für die Umsetzung wurde sogar ein Casting initiiert, um geeignete Mitstreiter auch aus anderen Schulen zu sichten und möglichst auch aus allen Klassenstufen. Nun treffen sich seit Monaten 15 Mädchen zu den Proben, mindestens einmal wöchentlich. Die Jüngsten sind Tara Neugebauer und Isabelle Moritz aus der sechsten Klasse, mit 17 Jahren tanzt Emilia Börger als Älteste unter den Mädchen mit. Und es gelang auch, Anika Lohnherr und Antonia Langhof vom Brandiser Gymnasium für die Musical-Company zu gewinnen.
„Wir waren aber am Anfang viel mehr. Der Rest ist wieder abgesprungen“, sagt Nele und sieht den Grund dafür im „sehr hohen Anspruch“, mit dem sie sogar unter ihren Mitstreiterinnen für hochgezogene Augenbrauen sorgt. „Ja Entschuldigung, aber beim Musical musst du singen, tanzen und schauspielern können.“ Was offenbar nichts für das sogenannte starke Geschlecht ist, denn männliche Darsteller fehlen. „Weil die Jungs vielleicht eine falsche Vorstellung vom Musical haben. Die halten das für zu mädchenhaft“, glaubt Maja Brandes.
Außerdem „wird zu unrecht das Musical schwer belächelt und abgetan als nicht so hohe Kunst“, meint Inken Neugebauer, die Mutter von Nele. Sie ist zwar Buchhändlerin, die AEC-Mädchen akzeptieren sie aber als mütterliche Betreuerin, und Managerin. „Ich kümmere mich um alles im Hintergrund – die Kostüme, das Geld sowie die Termine für Proben und Auftritte. Und wenn jemand auf den Tisch hauen muss, dann bin ich das“, stellt Inken Neugebauer klar. Ebenso unmissverständlich fügt sie noch an: „Diese Musicalgruppe funktioniert nur im Team, jedes Mitglied ist gleichwertig und hat letztendlich die gleiche Stimme.“
Wenn es um die Choreographie geht, hat allerdings Nele das Sagen. Schließlich wolle und dürfe man aus urheberrechtlichen Gründen nicht das Original „Wicked – Die Hexen von Oz“ vom New Yorker Broadway kopieren. Was auch das „Es war einmal“ vor dem Wicked erkläre, sagt die Managerin. In der Schulaula wurde und wird hart geprobt. Jetzt in den Ferien stellt Katharina Freystein der Truppe kostenlos ihr Ballett- und Tanzstudio in Naunhof zur Verfügung. Das Ergebnis wird am 25. und 27. Februar sowie am 11. und 13. März jeweils um 19 Uhr in einer einstündigen Show zu sehen sein. Nicht auf dem Broadway, sondern in der Aula des St. Augustin. Frank Schmidt