Die Improgruppe 2010 Bild: J. Reimer
2010
Die Improgruppe ,, Im Pro“ am Gymnasium St. Augustin
Eine Improtheatergruppe gibt es am St.Augustin nun schon seit 5 Jahren. In dieser Besetzung spielen wir seit 3 Jahren, aber seit diesem Jahr haben wir auch drei neue Mitspieler.
Wir trainieren einmal in der Woche und haben dabei immer viel zu lachen. Manchmal entsteht aber auch die eine oder andere nachdenkliche Szene. Unsere Gruppe besteht aus 11 Schülern der 9.- 12. Klasse und wir konnten schon viele Impro-Shows erfolgreich gestalten. Zu diesen kommt bereits ein Stammpublikum, aber wir gewinnen auch immer neue ,, Fans“ dazu.
In einer Improshow werden nicht vorher einstudierte kurze Szenen auf Zuruf von Vorschlägen aus dem Publikum ( Themen, gegenständliche Begriffe, Emotionen, Orte, Berufe, Situationen,…) von den Akteuren augenblicklich umgesetzt. Das bedeutet, dass wir auf der Bühne frei und spontan agieren und nur unsere eigene Kreativität als Quelle haben. Dabei gilt es einige Regeln einzuhalten, so darf man z.B. nicht negativ zu seinem Spielpartner sein, also nicht ,,blocken“, denn sonst käme die Szene ins Stocken. Seit zwei Jahren setzen wir verstärkt Musik zur Untermalung der Szenen ein, denn wir haben unter unseren Mitglie-
dern zwei hervorragende Pianisten. Weder das Publikum noch die Akteure wissen, was an einem Improabend passieren wird.
Bisher führte ein Moderator durch die Show, doch wir experimentieren mit anderen Formen, z.B. dass jeder Mitspieler ein Spiel moderiert, also dabei die Glocke (zur Beendigung der jeweiligen Szene) schwingt und den Improhut aufhat.
In unseren Shows zeigen wir die schon erwähnten Kurzszenen , dabei gibt es viele feste Spiele, wie Synchronisationsspiel, ABC- oder Redespiel. Beim Publikum sehr beliebt ist das Freeze-Spiel (Einfrieren), weil da die merkwürdigsten Situationen sehr schnell wechseln. Improtheater kann man auch als Wettbewerb gestalten, dann spielen zwei Mannschaften mit den gleichen Vorgaben um die Wette. Diese Form nennt man ,, Theatersport“, manchmal bauen wir diesen mit ein. Ein Höhepunkt in jedem Schuljahr ist für uns der Besuch einer Improshow von Berufsschauspielern in Leipzig, der uns durch die Spenden unseres Publikums ermöglicht wird.
So können wir uns Anregungen für die eigene Show holen. In letzter Zeit hatten wir Auftritte während des Ehemaligentreffens unser Schule und auf einer kirchlichen Veranstaltung. Auf dem Grimmaer Schultheaterfestival im Juni wollen wir in unserer Show Bewährtes und Neues zeigen und hoffen auf ein zahlreiches und neugieriges Publikum.
2008
News vom Theaterfestival: "Die Leiche auf dem Männerklo" LVZ vom 11. Juni 08
Die Leiche auf dem Männerklo
Grimma. Ganz bewusst habe man beim Schultheaterfestival die Grundschulen an den Anfang des Programms gesetzt, sagte Organisator Peter Heinig gestern und verwies auf die unbekümmerte Spielfreude der Jüngsten. Mit der Improshow des Gymnasiums St. Augustin griffen gestern dann auch ältere Schüler ins Festivalgeschehen ein.
Was soll dabei bloß rauskommen? Ein Theaterstück ohne Regie und ohne Textvorgabe. Ein Laienspiel von Gymnasiasten der siebten bis zehnten Klasse, die eigentlich nur mit Schlagwörtern aus dem Publikum oder von einem Spielführer gefüttert werden, um daraus ein unterhaltsames Programm zu machen. Das nennt man eine Improshow. Die stammt aus Kanada und erlebte gestern im Rahmen des diesjährigen Schultheaterfestivals ihren auftritt im kleinen Festsaal des St. Augustin Gymnasiums.
In den Minuten vor dem Start konnte Deutschlehrerin Ursula Rüdiger ihre Schützlinge noch einmal zu Lockerungsübungen animieren. Schon da wurde klar, wie lustig es werden kann, so erstaunlich locker waren die elf Darsteller drauf. Obgleich keiner von ihnen für seinen Auftritt auch nur einen Satz auswendig gelernt hatte. Vielmehr wissen sie, welche Wörter absolut tabu sind. Etwa Nein oder Wer, Was und Wo. Und dann ging es los, angekündigt stets mit einem kollektiven: „Eins und zwo – Improshow.“ Die ersten Wörter aus dem Publikum waren Leiche und Toilette. Einer fing an zu erzählen, die anderen mussten nach Aufforderung des Spielführers die Geschichte weitererzählen. Wer auch nur ein wenig Fantasie besitzt, kann sich den Fortgang der Story vorstellen, die mit einem normalen Bedürfnis begann, für das aber kein Papier vorhanden war, stattdessen eine Frauenleiche auf dem Männerklo. Die schwierigste Geschichte berichtet von einer Reise nach Las Vegas – auch vom Publikum gebucht – erzählt von zwei Personen zur gleichen Zeit und mit gleichem Text. Alles ohne Vorlage, eben improvisierend.
Nichts war so einfach erzählt, gespielt und gemacht wie es den Anschein hatte. „Wir üben an der Improshow seit zwei Jahren“, sagte Jakob Bader. Das Besondere daran sei, auf den Text des anderen einzugehen und kurzfristig die richtige Wortwahl zu treffen. Vorteil: „Man lernt redegewandt zu sein und gewinnt an Selbstsicherheit.“ Für Julia Kleinert, die seit der zweiten Klasse Laienspiel macht, war die Improshow eine neue Erfahrung in ihrem schon abwechslungsreichen Theaterleben.
Frank Schmidt